Stephan Schleim – Maertyrer fuer arme verfolgte Maenner

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Stephan Schleim muss es endgueltig erwischt haben. Er hat einen katastrophalen Artikel verfasst, in dem er ernsthaft behauptet dass die Konzentrierung der aktuellen Sexismus-Debatte auf Handlungen gegen Frauen selbst Sexismus sei (Sexismus! Noch nicht einmal “sexistisch”, nein Sexismus, also institutionalisiert!), und einige Beispiele nennt in denen er selbst Opfer sexueller Belaestigung war 1. Natuerlich missachtet das jeglichen Kern der Probleme: Dass Frauen weit ueberproproportional betroffen, dass die Machtstrukturen das katalysieren und die Umkehrung einfach nicht funktioniert, und das bestehende Geschlechtsrollen nicht etwa durch das Anprangern verstaerkt werden sondern eben Ursache sind. Yada yada yada…alles Asbach Uralt, so alt und so oft gehoert dass es dazu ausfuehrliche Artikel auf Feminismus-ABC-Seiten gibt.
Und natuerlich schreibt Schleim das aus der typischen privilegierten Position, die Ablenken und Nicht handeln mag, da es das Privileg verteidigt. Und um das eigene Ego zu streicheln, auch schoen mit der Illusion der Balance und gemessenen Uebersicht ueber die Sachlage geschrieben. Worauf auch – genauso unueberraschend – Joerg Friedrich und Michael Blume voll abfahren und den Artikel in den Himmel loben.

Aber in den Kommentaren hat er jetzt endgueltig den Vogel abgeschossen:

Ich komme gerade aus der bewegenden Gedächtnisvorlesung Joachim Gaucks zum 70. Jahrestag der Hinrichtung von Mitgliedern der Weißen Rose und will hier einfach nur an den Vorbildmenschen Sophie Scholl erinnern – „Einer muss ja doch mal schließlich damit anfangen.“

Stephan Schleim – Maertyer und Whistle Blower im Kampf gegen die boesen Feminist_innen. Fuer die armen, unterdrueckten Maenner. Und der Nazivergleich gleich noch impliziert (die Hexenjagd hat er ja schon gebracht, in Fettschrift noch dazu, damit auch keiner seinen Opferstatus verpasst). Wie mich das an den aktuellen Michael Shermer-Vollabsturz erinnert.

But what about the menz???!!!

Show 1 footnote

  1. Da gibt es auch nichts dran zu verschoenern, nur trifft es eben den Kern der Debatte nicht
  • David Marjanović

    Wie feministisch unsere Rechtsprechung ist (oder bis jetzt war), sieht
    man daran, daß es erst jetzt, im Jahr 2013, möglich ist, daß auch Männer
    das alleinige Sorgerecht erhalten.

    Was ist daran feministisch? Frau = Mutterrolle ist ganz klassische Patriarchie.

    “Patriarchy hurts men, too.”

  • http://www.diaxsrake.de/ Joerg Rings

    Nachdem ich jetzt die richtige Stelle gefunden habe, ist der Kommentar jetzt endlich gelöscht. Nein, selbstverständlich werde ich keine halbstarken Erklärungen darüber veröffentlichen, dass Frauen genauso schlimm und schlimmer sind.